Ein bischen Realitätsverlust..

Ich habe mir etwas Gedanken über die Rationale von Herrn zu Guttenberg gemacht. In welcher egozentrischen, arroganten Gedankenwelt muss der wohl sein: sowas wie „meine Professoren werden nie rausbekommen das ich jede Menge in meiner Doktorarbeit kopiert habe“. Die Doktorarbeit überhaupt so abzugeben zeugt doch davon das er diese Professoren für dumm hält.
Wenn er offensichtlich also schon JURAprofessoren für dumm hält, für wie dumm erachtet er dann wohl seine Parteigenossen und das gemeine Volk? So dumm offensichtlich das er meint es sich erlauben zu können sich von der Bildzeitung seine Entscheidungen diktieren zu lassen.
Ich bin ziemlich außer mir über so viel Unverfrorenheit und hoffe das der Herr zu Guttenberg seine Zeche noch bezahlen wird.

Paketdienste, alle irgendwie doof?

Eben hatte ich mal wieder das Vergnügen, ein Paket, was eigentlich in die Packstation gehen sollte, in der Hauptpost abzuholen. Alles in Allem hat mich die Abholung von 2 kleinen Paketen 20 Minuten gekostet, Fahrt in die Stadt und Parken ausgenommen.

Packstation impliziert es schon, das war DHL.

UPS würde ich wesentlich lieber verwenden, aber die haben 2 Nachteile: zum einen sind die Kosten etwas höher – was sicherlich ihrem professionelleren Ansatz geschuldet ist und auch noch tragbar wäre – und sie haben kein Äquivalent zur Packstation.

Nach Hause liefern fällt also aus, da bin ich zu deren Lieferzeiten nie. Die nächste Sammelstelle ist aber 20km entfernt, das macht auch keinen Spass. Und ein Paket immer in die Arbeit liefern lassen gefällt mir einfach nicht und ist manchmal auch einfach nicht möglich (Betriebliche Bestimmung).

In der Arbeit bekommen wir in letzter Zeit auch verstärkt Pakete per Hermes, Trans-o-flex oder ähnlichen geliefert. Wir merken das meist daran das die Lieferanten eine gewisse Professionalität missen lassen (Kuli ohne Miene zum Unterschreiben auf dem Touchscreen, Geräte verkratzt) und auch unser Büro „nicht gefunden wurde“. Da waren alle Lieferservice schon, nur bei einigen ändern sich die Fahrer oft und der Neue weiss dann unter Umständen nicht wo es ist (oder strengt sich nicht genug an).

Bestellungen im Internet sind eine echt feine Sache, aber mit diesen Lieferdiensten macht es echt wenig Spass.

Ich denke, wenn UPS auch so etwas wie Packstationen schaffen würde (und vielleicht mit mehr Redundanz wie bei DHL) dann wäre dies ein sehr guter Lieferdienst. Und spätestens wenn DHL einen Kunden zum Dritten mal vor die Wand hat laufen lassen wird der Preisunterschied von UPS für den nicht mehr soein Problem sein.

Kurz und knapp: Terrorwarnung von de Maizière

Gerade kam bei dem „Qualitätsmedium“ Galileo wieder was über Terrorquatsch. Dabei die Aussagen von de Maizière „es gibt kontrete Terrorgefahr, aber bitte keine Panik“.

Meine Interpretation: „bitte seid schön mit Angst erfüllt, liebe Bürger, dann können wir nämlich so unschöne Sachen wie Reduktion der Bundespolizistenstellen um 1000 Beamte streichen und statt dessen 150-300 neue Stellen einsetzen, schwachsinnige Vorratsdatenspeicherung durchdrücken und generell mehr Überwachung planen bzw. einfach durchdrücken. Aber bitte schiebt keine Panik, denn sonst müssen wir die ganzen Polizisten nach stehengelassenen Koffern schauen lassen und den Verkehr (Bahn, Innenstadt) massiv behindern. Und das wollen wir nicht, das kostet ja!“

Kreisverbände

Am Samstag gab es ein Barcamp in Dortmund. Dabei wurde viel über Kreisverbände und deren Vor- und Nachteile gesprochen.

Als Hintergrundinformation: unten den Piraten schwelt seit langem ein sehr fundamentaler Meinungsunterschied ob wir Piraten in NRW Kreisverbände brauchen oder ob die Probleme, die diese Kreisverbände lösen sollen, auch anderweitig, nur mit Crews, gelöst werden können.

Ich als Crew-Verfechter habe für mich folgende Informationen aus den Gesprächen und Diskussionen auf den Barcamp gewonnen:

  • Es gibt Verwaltungskreisverbände und politische Kreisverbände
  • Verwaltungsangelegenheiten wie Mitgliederdaten zu verwalten und über Geldverwendung und Quittungen zu entscheiden geht (wahrscheinlich) einfacher
  • Mitgliedsbeiträge können von KVs selber bestimmt werden
  • Man braucht mind. 3 Leute und an zusätzlichem administrativem Aufwand kommt  mind. deren Wahl und ein Rechenschaftsbericht pro Jahr dazu
  • Die Gewählten können danach (bei einem politischen KV(?) ) „die Meinung der Piraten“ wiedergeben

Was für mich neu war war die Unterscheidung nach Verwaltungs- bzw. politischem KV. Die Dinge, die ein Verwaltungs-KV tun kann, ist das was bei den Piraten im Moment gebraucht wird: Mitgliederdaten lokal verwalten und Mitgliederversammlungen zeitnah einberufen, Geld und Quittungen verwalten. Wenn nur diese Dinge vom Verwaltungs-KV gemacht würden wäre es für mich fast akzeptabel. Der Name „Kreisverband“ stößt mich ab und auch die Aussenwirkung die er hat („Die Piraten sind wie die anderen Parteien geworden“), daher fast.

Ich halte aber einen solchen Verwaltungs-KV für illusorisch. Wer würde einen solchen Job machen wollen? Nur Pflichten ohne jegliche Rechte? Derjenige sein auf dem nur rumgekloppt wird? Jede Menge Arbeit mit keinem Prestige und nur wenig Anerkennung?

Genauso wie von vielen Aussenstehenden die Crewsprecher als was Höhergestelltes angesehen werden (was sie nicht sind – sie sind die „armen Schweine“ die die Crewsprecher-Mailing-Liste lesen müssen und das Relevante beim Crewtreffen den anderen Crew-Mitgliedern mitteilen müssen – sonst nix!) würden von Pressevertretern die gewählten KVler bestimmt auch als was Höheres angesehen und um Aussagen gebeten werden. Und dann müssten die KVler sagen „Nein, ich kann keine Aussage treffen, dafür bin ich nicht da“.

Wenn man aber jetzt mal die menschliche Art bedenkt wird bei Jemandem, der sich für so ein Amt freiwillig meldet, auch wahrscheinlich ein gewisses Geltungsbedürfnis da sein oder auch nur eine Selbstverständlichkeit „wer die Arbeit macht darf auch was sagen“. Das unterstelle ich einfach mal weil es etliche Beispiele in der Geschichte gibt und wir Piraten auch nur Menschen sind. So wird dann über kurz oder lang aus einem Verwaltungs-KV ein politischer KV oder es gibt jede Menge Zank bei den ersten Aussagen und Interviews.

Wenn ein KV aber direkt als politischer KV angelegt ist – ist mir dieser höchst unangenehm. Dies wäre eine Hierarchiestufe, eine Machtposition die mir als basisdemokratisch denkendem Piraten zuwider ist. Ich denke so geht es vielen Piraten. Aber auch in der Bevölkerung würde das meines Erachtens nach bei politische weniger Interessierten (und das ist doch langsam die Mehrheit) schlecht ankommen, die würden uns Piraten mit KVs, LVs und BVs in einen Topf schmeissen mit all den anderen so aufgestellten Parteien – und ja wohl auch zu Recht. Und damit verpuffen unsere guten Ideen und Aussagen da sie gar nicht mehr wahrgenommen werden.

Aus den oben beschriebenen Gründen ist daher für mich ein Kreisverband, trotz einiger Vorteile, keine Option (für Aachen) für mich. Wie wir die organisatorischen Probleme lösen, ob lokal mit „Büropiraten“ die Datenschutzerklärungen abgeben und dadurch Mitgliederdaten verwalten dürfen oder durch mehr Helfer beim Landesverband, wird sich bald zeigen (müssen) – aber KVs sind keine Option.

Unterschiedliche Paradigmen

„Hat es Ihnen geschmeckt?“

Diese Frage kriegt man im Restaurant häufig gestellt. Dies ist zum einen Höflichkeit des Kellners, zum anderen aber auch eine Versicherung das die Leistung OK war. Selbstzweifel also.

Unter Linux bekommt man Meldungen meist nur wenn ein Fehler oder eine Ausnahmesituation aufgetreten ist. Läuft alles normal  tut das System seinen Dienst und gut ists. So hat es jeder erwartet, Programmierer und Nutzer.

Unter Windows wird nicht nur x-Mal nachgefragt „Sind Sie sicher?“ sondern auch Vorgänge werden am Ende mit großem Pop-Up und „OK“ Knopf abgeschlossen. Es kommt einem ein wenig so vor als wäre dies die Frage des Programmierers „War es wie Sie es erwartet haben?“ Hat mein Programm wider Erwarten funktioniert?

Sind wohl unterschiedliche Herangehensweisen…

Interaktives Fernsehen

Das Internet hat seine Vorteile, das Fernsehen auch. Von technischer Seite ist es beim Fernsehen wesentlich leichter einer Million Menschen ein Fussballspiel zu zeigen als über Streams im Internet. Aber auf der Interaktivitäts- und Schaffensseite liegt das Internet himmelweit vorne.

Dann ist es irgendwie bitter zu sehen wie Moderatoren von „Internetexperten“ die Meinungslage im Internet untersuchen lassen und dies im Fernsehen der nicht-(inter)aktiven Masse serviert wird.

Schuster, bleib bei deinen Leisten, für beide Medien gibt es seinen Raum…

Anonymität

Über die (dummen) Medien lancierten diverse Politiker immer wieder die Mär vom „rechtsfreien Raum Internet“. Auch als Vorwand um dann Dinge zu fordern wie „jede Email und jeder Post im Forum muss nachverfolgbar sein“. Diverse Gegenbeispiele aus der realen Welt will ich nur kurz nennen: Briefe, Postkarten und Anrufe aus Telefonzellen.

Was ich bemerkenswert finde ist Folgendes: in der BRD werden Schusswaffen ja nur sehr kontrolliert zugänglich gemacht (hoffen wir alle). Warum kann man dann nicht, um die Sicherheit ein wenig zu verbessern, von jeder Waffe einmal pro Jahr eine abgeschossene Kugel fordern? Und diese dann erfassen, Riefen und so.

Damit hätte man, im Falle einer Straftat, ein Register, um nachzuschauen welche Waffe es ist – so es keine illegale Waffe ist, klar. Und man wüsste auch wo die Waffen sind. Wer seine Waffe mind. einmal pro Jahr hervorholen muss und mit ihr einen Schuss abfeuert WEISS wo Waffe und Munition sind.

Piraten sind normalerweise gegen bevorratete Daten. Bei Fingerabdrücken und Bewegungsdaten stimme ich da auch sehr zu. Aber eine Waffe ist – nun ja, eine Waffe. Diese Geräte sind gemacht um Schaden zuzufügen. Man kann aus den Riefen einer Waffe keine Bewegungsprofile erstellen und auch Identitätsdiebstahl ist damit nicht möglich. Mir fällt kein Mißbrauchspotential für diese Datenbank ein, daher denke ich diese Datenbank wäre hilfreich und OK.

Also, liebe Politiker die die Welt sicherer machen wollen: hier eine Idee für euch!

Open Source in der Verwaltung

Ein Kernthema der Piratenpartei – schon immer. Es war auch eines der 5 Kernthemen im Kommunalwahlkampf.

Die Situation stellt sich so dar: Free and Open Source Software (FOSS – so wird es von den Hardcore-Verfechtern gefordert) hat in den vergangenen Jahren große Schritte gemacht. In vielen Bereichen ist sie kaum noch wegzudenken (Ihre Fritzbox zum Beispiel), andernorts verdrängt sie immer mehr alternde Software. So setzt z.B. die französische Polizei Ubuntu Linux und OpenOffice.org seit 2006 sehr erfolgreich und kostensparend ein. Auch große IT Unternehmen wie Bull schwenken auf OOo über.

Auch im Bereich Stadtverwaltungen gibt es einige bemerkenswerte Beispiele: Schwäbisch Hall, München und Wien im deutschsprachigen Bereich, Amsterdam und Saragossa im Ausland, wo entweder ganze Betriebssysteme oder einzelne Programme ersetzt wurden und werden.

Möchte oder kann man nicht direkt voll auf FOSS-Lösungen umsteigen wie die obigen Beispiel-Städte so kann man auch klein anfangen: WollMux, der „neuen stadtweiten Vorlagenlösung im weiteren Sinne“.

Einige Regierungen (von z.B. Belgien, Dänemark, Frankreich, Schweden, Litauen, Indonesien) verlangen bereits heute wirklich offene Dokumentenformate bei der Kommunikation von und mit Regierungsstellen zu verwenden.

Es würde also kein absolutes Neuland von der Aachener Verwaltung betreten werden, aber es einfach ihr aufzwingen zu wollen geht auch nicht. Neben dem Funktionsgrad der Software hängt auch sehr viel von der Akzeptanz des betroffenen Sachbearbeiters ab. Dabei sind, genauso wie bei Versionswechseln bei schon vorhandener Software, mentale Hürden wie auch schwierige Organisationsabläufe durch Schulungen und Anpassungen zu überwinden. Und in diesem Bereich sind noch immer große Kostenpunkte, auch wenn die Kosten für Softwarelizenzen wegfallen.

Viele Piraten sind im IT Support und Consulting tätig, kennen sich in diesen Situationen sehr gut aus. Sie würden ggf. sogar für eine Umstellung als Projektpartner oder deren Mitarbeiter angefordert werden. Aber vorher muss der Kontakt zu den entscheidenden Stellen da sein und dort Werbung und Überzeugungsarbeit geleistet werden. Dort könnten die Piraten ihr IT-Wissen einbringen doch fehlen den Piraten diese Kontakte meist noch.

Die SPD-Fraktion im Aachener Stadtrat will, wie aus dem Blog von Stadtrat Michael Servos hervorgeht, in den kommenden Tagen Ratsvorlagen in den Stadtrat und die Verwaltung einbringen um einige von den oben beschriebenen Dingen anzugehen. Auf der einen Seite beglückwünschen wir Piraten die SPD dazu diese Initiativen anzugehen, auf der anderen Seite sehe ich persönlich aber auch einige Probleme.

Das Durchschnittalter der Stadträte im Aachener Rat würde ich auf größer 45 Jahre tippen (ich hoffe damit niemandem zu Nahe zu treten). Die Erfahrung lehrt mich und auch die meisten von Ihnen dass Personen in diesem Alter meist nicht mehr soo computeraffin sind und von dem großen Funktionsumfang gegenwärtiger Computer und damit verbundenen steilen Lernkurve schnell überfordert sind und resignieren. Und da sehe ich das Problem mit der digitalen Ratsvorlage. Ich glaube, dass Notebooks von vielen Ratsmitgliedern als minderwertiger Ersatz für Papier angesehen werden, da das Leseverhalten am Bildschirm komplett anders ist als bei einem Blatt Papier. Sie werden diese Vorlage also ablehnen. Oder, noch schlimmer, die Vorlage kommt durch und binnen kurzer Zeit sträuben sich viele Ratsherren und -frauen gehen die Notebooks – und die Kosten für die Notebooks sind da.

Meiner Beobachtung nach haben wir Piraten aus zwei Gründen keinen solchen Ratsantrag vorgelegt: zum Einen weil wir keine Erfahrung mit der Erstellung von Ratsvorlagen haben (wenn wir gewusst hätten, dass sie soo unpräzise gestellt sein kann hätten wir das auch schon gemacht) und zum Zweiten weil wir im Vorhinein eine wesentlich weiterreichendere Betrachtung vornehmen wollen – und machen!

So ein recht allgemeiner Antrag ohne z.B. Ausnahmen für Ratsmitglieder die (für z.B. den Anfangszeitraum) bei der Papiervorlage bleiben wollen legt die Lasten dieser Überlegungen komplett auf die Verwaltung. Und diese hat zum Einen bereits in anderen Bereichen viel zu tun und zum Zweiten auch meiner Meinung nach nicht die nötige Fach-Kompetenz in IT Belangen.

Wie gesagt, auf der einen Seite begrüße ich die Initiative der SPD, auf der anderen Seite würde ich als konstruktiven Einwurf am Anfang des Projekts jetzt einfach einen aktuellen Begriff einwerfen wollen: Ebook-Reader mit Touchscreens.

Diese sind auf der gerade vorübergegangenen Cebit zuhaufe vorgestellt worden und kommen der Handhabung von Papier für die meisten Menschen am nächsten. Nur müssen diese zuerst mal kaufbar sein und Erfahrungen vorliegen.

Udo Pütz

Schon Präsenz kann etwas bewirken

Zugegeben, im politischen Alltag können wir Piraten im Moment noch wenig bewirken, mangels Mitspracherecht. Wir sind nur mit zwei Piraten in Stadträten vertreten und ohne Fraktionsstatus, den man erst ab 3 Ratsmitgliedern bekommt, kann man nur in einem einzigen Ausschuss teilnehmen.

Aber dennoch hat sich viel verändert seit ich vor 9 Monaten bei den Piraten eingetreten bin. Schon Präsenz kann etwas bewirken weiterlesen

Steuer-CD’s für Griechenland

<ironie> Meine Freundin hatte gerade die Idee ob man der griechischen Staatsverschuldung nicht auf ähnlicher Weise beikommen könnte wie unser Staatssäckel gerade gefüllt wird: Steuer-CD’s aus Lichtenstein und der Schweiz „anfordern“ über die griechischen Steuersünder.

Ich denke nur das man mit den mickrigen 700MB einer CD nicht weit kommt, da müsste schon auf modernere Medien wie Blu-Ray Disks mit bis zu 50GB zurückgegriffen werden. </ironie>