Kreisverbände

Am Samstag gab es ein Barcamp in Dortmund. Dabei wurde viel über Kreisverbände und deren Vor- und Nachteile gesprochen.

Als Hintergrundinformation: unten den Piraten schwelt seit langem ein sehr fundamentaler Meinungsunterschied ob wir Piraten in NRW Kreisverbände brauchen oder ob die Probleme, die diese Kreisverbände lösen sollen, auch anderweitig, nur mit Crews, gelöst werden können.

Ich als Crew-Verfechter habe für mich folgende Informationen aus den Gesprächen und Diskussionen auf den Barcamp gewonnen:

  • Es gibt Verwaltungskreisverbände und politische Kreisverbände
  • Verwaltungsangelegenheiten wie Mitgliederdaten zu verwalten und über Geldverwendung und Quittungen zu entscheiden geht (wahrscheinlich) einfacher
  • Mitgliedsbeiträge können von KVs selber bestimmt werden
  • Man braucht mind. 3 Leute und an zusätzlichem administrativem Aufwand kommt  mind. deren Wahl und ein Rechenschaftsbericht pro Jahr dazu
  • Die Gewählten können danach (bei einem politischen KV(?) ) „die Meinung der Piraten“ wiedergeben

Was für mich neu war war die Unterscheidung nach Verwaltungs- bzw. politischem KV. Die Dinge, die ein Verwaltungs-KV tun kann, ist das was bei den Piraten im Moment gebraucht wird: Mitgliederdaten lokal verwalten und Mitgliederversammlungen zeitnah einberufen, Geld und Quittungen verwalten. Wenn nur diese Dinge vom Verwaltungs-KV gemacht würden wäre es für mich fast akzeptabel. Der Name „Kreisverband“ stößt mich ab und auch die Aussenwirkung die er hat („Die Piraten sind wie die anderen Parteien geworden“), daher fast.

Ich halte aber einen solchen Verwaltungs-KV für illusorisch. Wer würde einen solchen Job machen wollen? Nur Pflichten ohne jegliche Rechte? Derjenige sein auf dem nur rumgekloppt wird? Jede Menge Arbeit mit keinem Prestige und nur wenig Anerkennung?

Genauso wie von vielen Aussenstehenden die Crewsprecher als was Höhergestelltes angesehen werden (was sie nicht sind – sie sind die „armen Schweine“ die die Crewsprecher-Mailing-Liste lesen müssen und das Relevante beim Crewtreffen den anderen Crew-Mitgliedern mitteilen müssen – sonst nix!) würden von Pressevertretern die gewählten KVler bestimmt auch als was Höheres angesehen und um Aussagen gebeten werden. Und dann müssten die KVler sagen „Nein, ich kann keine Aussage treffen, dafür bin ich nicht da“.

Wenn man aber jetzt mal die menschliche Art bedenkt wird bei Jemandem, der sich für so ein Amt freiwillig meldet, auch wahrscheinlich ein gewisses Geltungsbedürfnis da sein oder auch nur eine Selbstverständlichkeit „wer die Arbeit macht darf auch was sagen“. Das unterstelle ich einfach mal weil es etliche Beispiele in der Geschichte gibt und wir Piraten auch nur Menschen sind. So wird dann über kurz oder lang aus einem Verwaltungs-KV ein politischer KV oder es gibt jede Menge Zank bei den ersten Aussagen und Interviews.

Wenn ein KV aber direkt als politischer KV angelegt ist – ist mir dieser höchst unangenehm. Dies wäre eine Hierarchiestufe, eine Machtposition die mir als basisdemokratisch denkendem Piraten zuwider ist. Ich denke so geht es vielen Piraten. Aber auch in der Bevölkerung würde das meines Erachtens nach bei politische weniger Interessierten (und das ist doch langsam die Mehrheit) schlecht ankommen, die würden uns Piraten mit KVs, LVs und BVs in einen Topf schmeissen mit all den anderen so aufgestellten Parteien – und ja wohl auch zu Recht. Und damit verpuffen unsere guten Ideen und Aussagen da sie gar nicht mehr wahrgenommen werden.

Aus den oben beschriebenen Gründen ist daher für mich ein Kreisverband, trotz einiger Vorteile, keine Option (für Aachen) für mich. Wie wir die organisatorischen Probleme lösen, ob lokal mit „Büropiraten“ die Datenschutzerklärungen abgeben und dadurch Mitgliederdaten verwalten dürfen oder durch mehr Helfer beim Landesverband, wird sich bald zeigen (müssen) – aber KVs sind keine Option.

Unterschiedliche Paradigmen

„Hat es Ihnen geschmeckt?“

Diese Frage kriegt man im Restaurant häufig gestellt. Dies ist zum einen Höflichkeit des Kellners, zum anderen aber auch eine Versicherung das die Leistung OK war. Selbstzweifel also.

Unter Linux bekommt man Meldungen meist nur wenn ein Fehler oder eine Ausnahmesituation aufgetreten ist. Läuft alles normal  tut das System seinen Dienst und gut ists. So hat es jeder erwartet, Programmierer und Nutzer.

Unter Windows wird nicht nur x-Mal nachgefragt „Sind Sie sicher?“ sondern auch Vorgänge werden am Ende mit großem Pop-Up und „OK“ Knopf abgeschlossen. Es kommt einem ein wenig so vor als wäre dies die Frage des Programmierers „War es wie Sie es erwartet haben?“ Hat mein Programm wider Erwarten funktioniert?

Sind wohl unterschiedliche Herangehensweisen…

Interaktives Fernsehen

Das Internet hat seine Vorteile, das Fernsehen auch. Von technischer Seite ist es beim Fernsehen wesentlich leichter einer Million Menschen ein Fussballspiel zu zeigen als über Streams im Internet. Aber auf der Interaktivitäts- und Schaffensseite liegt das Internet himmelweit vorne.

Dann ist es irgendwie bitter zu sehen wie Moderatoren von „Internetexperten“ die Meinungslage im Internet untersuchen lassen und dies im Fernsehen der nicht-(inter)aktiven Masse serviert wird.

Schuster, bleib bei deinen Leisten, für beide Medien gibt es seinen Raum…