Open Source in der Verwaltung

Ein Kernthema der Piratenpartei – schon immer. Es war auch eines der 5 Kernthemen im Kommunalwahlkampf.

Die Situation stellt sich so dar: Free and Open Source Software (FOSS – so wird es von den Hardcore-Verfechtern gefordert) hat in den vergangenen Jahren große Schritte gemacht. In vielen Bereichen ist sie kaum noch wegzudenken (Ihre Fritzbox zum Beispiel), andernorts verdrängt sie immer mehr alternde Software. So setzt z.B. die französische Polizei Ubuntu Linux und OpenOffice.org seit 2006 sehr erfolgreich und kostensparend ein. Auch große IT Unternehmen wie Bull schwenken auf OOo über.

Auch im Bereich Stadtverwaltungen gibt es einige bemerkenswerte Beispiele: Schwäbisch Hall, München und Wien im deutschsprachigen Bereich, Amsterdam und Saragossa im Ausland, wo entweder ganze Betriebssysteme oder einzelne Programme ersetzt wurden und werden.

Möchte oder kann man nicht direkt voll auf FOSS-Lösungen umsteigen wie die obigen Beispiel-Städte so kann man auch klein anfangen: WollMux, der „neuen stadtweiten Vorlagenlösung im weiteren Sinne“.

Einige Regierungen (von z.B. Belgien, Dänemark, Frankreich, Schweden, Litauen, Indonesien) verlangen bereits heute wirklich offene Dokumentenformate bei der Kommunikation von und mit Regierungsstellen zu verwenden.

Es würde also kein absolutes Neuland von der Aachener Verwaltung betreten werden, aber es einfach ihr aufzwingen zu wollen geht auch nicht. Neben dem Funktionsgrad der Software hängt auch sehr viel von der Akzeptanz des betroffenen Sachbearbeiters ab. Dabei sind, genauso wie bei Versionswechseln bei schon vorhandener Software, mentale Hürden wie auch schwierige Organisationsabläufe durch Schulungen und Anpassungen zu überwinden. Und in diesem Bereich sind noch immer große Kostenpunkte, auch wenn die Kosten für Softwarelizenzen wegfallen.

Viele Piraten sind im IT Support und Consulting tätig, kennen sich in diesen Situationen sehr gut aus. Sie würden ggf. sogar für eine Umstellung als Projektpartner oder deren Mitarbeiter angefordert werden. Aber vorher muss der Kontakt zu den entscheidenden Stellen da sein und dort Werbung und Überzeugungsarbeit geleistet werden. Dort könnten die Piraten ihr IT-Wissen einbringen doch fehlen den Piraten diese Kontakte meist noch.

Die SPD-Fraktion im Aachener Stadtrat will, wie aus dem Blog von Stadtrat Michael Servos hervorgeht, in den kommenden Tagen Ratsvorlagen in den Stadtrat und die Verwaltung einbringen um einige von den oben beschriebenen Dingen anzugehen. Auf der einen Seite beglückwünschen wir Piraten die SPD dazu diese Initiativen anzugehen, auf der anderen Seite sehe ich persönlich aber auch einige Probleme.

Das Durchschnittalter der Stadträte im Aachener Rat würde ich auf größer 45 Jahre tippen (ich hoffe damit niemandem zu Nahe zu treten). Die Erfahrung lehrt mich und auch die meisten von Ihnen dass Personen in diesem Alter meist nicht mehr soo computeraffin sind und von dem großen Funktionsumfang gegenwärtiger Computer und damit verbundenen steilen Lernkurve schnell überfordert sind und resignieren. Und da sehe ich das Problem mit der digitalen Ratsvorlage. Ich glaube, dass Notebooks von vielen Ratsmitgliedern als minderwertiger Ersatz für Papier angesehen werden, da das Leseverhalten am Bildschirm komplett anders ist als bei einem Blatt Papier. Sie werden diese Vorlage also ablehnen. Oder, noch schlimmer, die Vorlage kommt durch und binnen kurzer Zeit sträuben sich viele Ratsherren und -frauen gehen die Notebooks – und die Kosten für die Notebooks sind da.

Meiner Beobachtung nach haben wir Piraten aus zwei Gründen keinen solchen Ratsantrag vorgelegt: zum Einen weil wir keine Erfahrung mit der Erstellung von Ratsvorlagen haben (wenn wir gewusst hätten, dass sie soo unpräzise gestellt sein kann hätten wir das auch schon gemacht) und zum Zweiten weil wir im Vorhinein eine wesentlich weiterreichendere Betrachtung vornehmen wollen – und machen!

So ein recht allgemeiner Antrag ohne z.B. Ausnahmen für Ratsmitglieder die (für z.B. den Anfangszeitraum) bei der Papiervorlage bleiben wollen legt die Lasten dieser Überlegungen komplett auf die Verwaltung. Und diese hat zum Einen bereits in anderen Bereichen viel zu tun und zum Zweiten auch meiner Meinung nach nicht die nötige Fach-Kompetenz in IT Belangen.

Wie gesagt, auf der einen Seite begrüße ich die Initiative der SPD, auf der anderen Seite würde ich als konstruktiven Einwurf am Anfang des Projekts jetzt einfach einen aktuellen Begriff einwerfen wollen: Ebook-Reader mit Touchscreens.

Diese sind auf der gerade vorübergegangenen Cebit zuhaufe vorgestellt worden und kommen der Handhabung von Papier für die meisten Menschen am nächsten. Nur müssen diese zuerst mal kaufbar sein und Erfahrungen vorliegen.

Udo Pütz

Schon Präsenz kann etwas bewirken

Zugegeben, im politischen Alltag können wir Piraten im Moment noch wenig bewirken, mangels Mitspracherecht. Wir sind nur mit zwei Piraten in Stadträten vertreten und ohne Fraktionsstatus, den man erst ab 3 Ratsmitgliedern bekommt, kann man nur in einem einzigen Ausschuss teilnehmen.

Aber dennoch hat sich viel verändert seit ich vor 9 Monaten bei den Piraten eingetreten bin. Schon Präsenz kann etwas bewirken weiterlesen

Steuer-CD’s für Griechenland

<ironie> Meine Freundin hatte gerade die Idee ob man der griechischen Staatsverschuldung nicht auf ähnlicher Weise beikommen könnte wie unser Staatssäckel gerade gefüllt wird: Steuer-CD’s aus Lichtenstein und der Schweiz „anfordern“ über die griechischen Steuersünder.

Ich denke nur das man mit den mickrigen 700MB einer CD nicht weit kommt, da müsste schon auf modernere Medien wie Blu-Ray Disks mit bis zu 50GB zurückgegriffen werden. </ironie>

Mit dem Schwarm-Ansatz gegen Kinderpornographie

Auf der Cebit stellte heute die Initiative „White IT“ ein Firefox-Plugin vor mit dem jeder Nutzer, der über Kinderpornographie stolpert, dieses anonym an die Eco-Beschwerdestelle melden kann. Dort wird sie dann geprüft und anschliessend schnellstmöglichst gelöscht.

Das finde ich eine gute Idee! Mach es möglichst einfach, solches Material zu melden und man hat eine Heerschaar von Surfern die locker jede „Internetstreife“ aussticht.

Mit dem Schwarm-Ansatz gegen Kinderpornographie weiterlesen

Kabarett

Ich habe mir gerade die WDR2 Kabarett Podcasts angehört. Die letzten 2 Wochen hacken alle Kabarettisten da dermaßen heftig auf dem Herrn Rüttgers, Herrn Westerwelle, den katholischen Bischöfen und der Bischöfin a.D. rum, da bleibt an Publicity für Niemanden anders mehr was übrig. Nicht das ich jetzt unbedingt wollte das die WDR2 Kabarettisten sich den Piraten annehmen, aber einfach nur Werbung gegen etwas machen ohne einen Ausweg aufzuzeigen ist auch was einseitig, oder? Und ich kann kaum fassen das ich das hier jetzt schreibe, aber: jemanden zu treten der am Boden liegt ist wirklich keine Leistung…

Kabarettisten sind denke ich nie wirklich konstuktiv, aber sollten die nicht eher subtile Dinge überspitzt darstellen? Und bei den Dingen die oben genannt sind kann man wohl nicht von subtilen Vorfällen reden, die sind schon ihre eigenen Persiflagen.

WordPress und Co.

Ich habe gerade versucht das Url-Shortener Plugin Yourls einzubinden. Ich denke mal das das eigentlich sehr einfach sein soll – ich fands aber doch was komisch. Nach den (hoffentlich) richtigen Einstellungen wollte ich es dann noch schnell testen – –  und stelle nun fest das die alten Post-Textinhalte nicht mehr im Editorfenster auftauchen. Der gesamte Editorteil fehlt…

Aber was bin ich froh, ausnahmsweise bin ich mal nicht das „Opfer“ das dies wieder richtig hinkonfigurieren darf. Thomas, dein Mann wird verlangt! 🙂

Persönliche Nachlese vom LMV 2010.2

Gestern und heute fand in Kleinenbroich die Landesmitgliederversammlung NRW statt. Samstag gings von ca. 10:30 Uhr bis abends um 20:40 Uhr. Die Organisation war ziemlich gut und durch das lange Durchhalten sind viele ausstehende Punkte des Wahlkampfprogramms für die Landtagswahl NRW fertig geworden. Im Vorfeld hatte ich die einzelnen Punkte schon durchgelesen und für mich die grobe Entscheidungsrichtung schon in einem Etherpad festgehalten – daher habe ich bei den doch zahlreichen Diskussionen und Klarifiationen um andere (computertechnische) Dinge kümmern können: http://test.piraten-aachen.de/wahlbezirke.html und http://test.piraten-aachen.de/plakate.html.

Persönliche Nachlese vom LMV 2010.2 weiterlesen